Ist Homöopathie für meine Erkrankung geeignet?

„Ist die Homöopathie für genau meine Erkrankung geeignet?“, genau diesen Satz höre ich in meiner Praxis sehr oft. Und aus diesem Grund versuche ich Ihnen dieses Thema zu erklären.

Grundsätzlich ist jede Krankheit die Symptome entwickelt mit Homöopathie therapierbar. D.h. ohne Symptome wäre der Homöopath komplett hilflos, denn nur durch diese ist er fähig ein geeignetes Heilmittel für den Patienten zu finden.
Es ist jedoch sehr selten, dass eine Krankheit ohne Symptome verläuft, wenn nicht vielleicht sogar fast unmöglich. Wer genau sucht, findet immer ein brauchbares Symptom. (Das können Ihnen auch die Schulmediziner bestätigen. Ob dies jedoch anstrebenswert ist, bleibt dahingestellt)

„Warum interessiert den Homöopathen dann meine Diagnose nur sekundär?“
Die schulmedizinische Diagnose ist natürlich wichtig und interessiert den Therapeuten, nur kann z.B. ein Gehirntumor, auch wenn er diagnostisch gesehen immer derselbe ist, hunderte von verschiednen Symptomen erzeugen und alle können nach einem anderen homöopathischen Heilmittel verlangen. In der Schulmedizin sind die Abläufe der Therapie nach der Diagnose meist gegeben und so auch die wichtigsten Medikamente dafür. Dabei handelt es sich meist um vielleicht 2-3 verschiedene Präparate und nicht mehr. Nicht aber so in der Homöopathie!

Kommt z.B. ein Patient mit einem Gehirntumor zu mir, welcher seit dieser besteht, an extremem Schwindel leidet, so ist bei diesem Patienten sicher ein ganz anderes Arzneimittel angezeigt, als bei einem, welcher mit dem Hirntumor eine starke Übelkeit bekommen hat. Die Diagnose Gehirntumor reicht dem Homöopathen also nicht aus, er braucht es genauer, im erwähnten Falle geht er auf die auffallenden/sonderbaren Symptome der Übelkeit oder des Schwindels.

Natürlich reicht es nicht aus nur diese auffallenden Symptome zu beachten, es muss jedesmal eine ganz genaue Fallaufnahme gemacht werden, um nicht andere wichtige Symptome zu übersehen.

Ein anderes Beispiel sind Multiple Sklerose Patienten. Es reicht nicht, mit der Diagnose Multiple Sklerose ein Arzneimittel zu verschreiben, es kommt auf die spezifischen Symptome dieses Falles an. Einige MS Patienten haben, um beim Schwindel zu bleiben, haben ganz ausgeprägte und genau beschreibbare Schwindel, welche für eine homöopathische Verschreibung sehr hilfreich sind, andere haben jedoch nur einen ganz schwachen bis gar keinen Schwindel, und z.B. die Lähmungen sind ausgeprägter...... Sie sehen also, die Diagnose spielt eine kleinerer Rolle, es kommt auf die auffallenden, speziellen, individuellen Symptome an. Nur so kann ein Homöopath erfolgreich verschreiben.

Und somit ist auch die Frage geklärt, ob die Homöopathie für Ihre Erkrankung geeignet ist oder nicht: Solange Symptome vorhanden sind (je spezifischer desto besser), ist es theoretisch möglich mit der Homöopathie jede „Erkrankung“ zu „heilen“.

(Um die Wörter „heilen“ und „Krankheit“ zu definieren, müsste ein neuer Blogbeitrag gemacht werden. Vielfach darf man mit einer Linderung der Beschwerden oder einem Stillstand der Erkrankung schon ganz glücklich sein, je nachdem wie der Zustand des Patienten ist.)